Warum ich schreiben lernen will

Als ich das Thema der ersten Einsendeaufgabe meines Studiums las, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, da es eines der Themen war, die ich ohnehin für diesen Blog schreiben wollte. "Warum ich schreiben lernen will" ist also der exakt gleiche Text, den ich auch bei der Schule des Schreibens eingereicht habe. Die korrigierte Fassung, versteht sich ;)! Ohne zu viel vorweg zu nehmen, lasse ich den Text direkt auch euch los.


Die Kreativität der Rollenspiele

Immer wieder lese ich, dass viele Autoren und jene, die es werden wollen, ihre Liebe zum Schreiben durch Bücher entdeckt haben, die sie schon von klein auf in ihren Kinderzimmern stapelten. Meine Geschichte fängt genau umgekehrt an. Es war am Anfang der weiterführenden Schule, als ich das erste Mal dazu kam, in meiner Freizeit in Form von schriftlichen Rollenspielen zu schreiben, die mir damals meine beste Freundin ans Herz legte. Natürlich zu Beginn noch sehr amateurhaft, aber mit der Zeit verbesserten sich nicht nur die Grammatik und Rechtschreibung, sondern auch meine Ausdrucksweise und die Länge meiner Texte. Eine Weile später begann ich Fanfiktion zu meinen Lieblingsserien zu schreiben, was wohl der Beginn für meinen Traum vom eigenen Buch war. Die erste eigene Geschichte, die ich mir erarbeitete, war nur wenige Jahre später, in der siebten Klasse. Es war eine Weihnachtsgeschichte mit vielen Logikfehlern, die sein mussten, damit der Plot funktionierte. Geschrieben habe ich sie nie, aber meinen Freunden davon erzählt.

So blieb es bei wenigen Fan-Geschichten und schriftlichen Rollenspielen. Der Traum von einem eigenen Buch begleitete mich stets. Nach meinem Abschluss entdeckte ich schließlich auch das Lesen für mich, was meine Leidenschaft zum Schreiben nur noch mehr anheizte. Zwischendurch hatte ich jedoch eine Unterbrechung, weil ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr die Ausdauer hatte meinem Hobby nachzugehen. So verging einige Zeit, in der ich nicht viel schrieb.
Letzten Monat kam mir wieder ein Gespräch in den Sinn, dass ich vor ungefähr einem Jahr mit einer Kollegin meiner vorherigen Arbeitsstelle hatte. Sie fragte mich, ob es mein Traum sei ein Buch zu schreiben oder ein Ziel. Damals hatte ich keine Antwort parat, aber als ich mich daran erinnerte, traf es mich wie ein Schlag: Worauf warte ich? Was genau hält mich davon ab, das zu machen, was ich möchte? Mir war klar, dass ich nie ernsthaft darüber nachgedacht hatte, es vielleicht gar nicht wollte, weil ich dann keine Ausrede mehr haben würde. Da stand mein Entschluss fest. Ich informierte mich, durchstöberte diverse Internetseiten zum Thema Schreiben und meldete mich für das Fernstudium der Schule des Schreibens an.

Das Schreiben ist ein komplexes Handwerk, dass nicht allein im freizeitlichen Vergnügen erlernt werden kann. Bei der Entstehung einer Geschichte war die Entwicklung der Charaktere meist meine liebste Aufgabe. Charaktere sind inspirierend und können selbst eine schlechte Geschichte lesenswert machen. Manchmal entstehen meine Ideen erst, nachdem ich einen Charakter erstellt und diesem verschiedene Probleme oder Aufgaben gegeben habe. Es ist wirklich faszinierend.
Das Schreiben ist für mich ein Ausgleich zu meinem alltäglichen Leben und begleitet mich nun schon über zehn Jahre. Ich habe nie ein Tagebuch geführt oder mich während meiner Jugendzeit in verträumten Gedichten ausprobiert. Für mich ist das Schreiben eine wirkungsvolle Möglichkeit eine Idee, eine bestimmte Szene oder einen nicht zusammenhängenden Dialog kreativ umzusetzen. Manchmal höre ich Musik und plötzlich fällt mir eine Szene ein, aus einer Geschichte, die ich noch nicht geschrieben habe und von Charakteren, die erst noch erstellt werden wollen. Aber diese eine Szene ist schon passend zu diesem Lied ausgearbeitet.
Das ist einer der Momente, in denen ich mir bewusst werde, warum ich schreiben lernen möchte: Weil ich es liebe! Weil ich nicht anders kann bzw. weil ich nicht anders möchte.

Mit meinen 21 Jahren bin ich mir endlich bewusst, dass dies mein Weg sein wird. Jeder Autor träumt mit seinen Werken groß raus zu kommen und vielleicht sogar davon leben zu können, allerdings ist dieses Wunschdenken nicht unbedingt realistisch. Für mich bedeutet es, dass ich definitiv beruflich Schreiben möchte, wenn auch nur als Nebentätigkeit. Die Hauptsache ist, dass ich schreibe. Alles andere ist daneben unwichtig.
Viele Ideen schwirren mir bereits im Kopf herum, aber die Umsetzung hingegen hat in mir Zweifel hervorgerufen, bei denen ich mir nicht die Sicherheit und das Selbstvertrauen zuschreibe, die ich haben müsste, um es durchzuziehen. Bevor ich mich an ein Manuskript bzw. überhaupt erst einmal an die Recherche setze, wollte ich meinem Wissen und Können eine fundierte Ausbildung geben. Mit diesen Gedanken beschreite ich meinen Weg zum Autor.

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