Lieblingsorte zum Schreiben


Beim Schreiben ist selbstverständlich eine gewisse Routine sehr wichtig, damit wird nicht nur die Produktivität angekurbelt, sondern wir erstellen auch einen Rhythmus, ohne den wir möglicherweise der Prokrastination zum Opfer fallen. Das gilt jedoch nicht für unseren Arbeitsplatz. Irgendwann wird uns vielleicht immer die selbe Schreibtischplatte oder das darauf stehende Zubehör zu sehen einfach zu viel und wir müssen raus.

Genau diesem Thema und im Sinne des 10. Tages der Autorenwahnsinn Challenge widmet sich dieser Beitrag. Abwechslung beim Schreiben ist in jedem Fall ein Gewinn und deswegen stelle ich euch gleich meine Top 5 Tipps für einen Tapetenwechsel beim Schreiben vor.


Geschätzte 50% meiner Schreibzeit in einem Monat verbringe ich an meinem Schreibtisch. Vorteilhaft am eigenen Zuhause ist natürlich, dass sich dort alles befindet was ich brauche und Nichts rumtragen muss oder die Gefahr besteht, dass ich es vergessen könnte. Möchte ich beim korrigieren meiner Arbeit lieber das Medium wechseln, sind die Seiten schnell mal ausgedruckt und die farblichen Marker flink in der Hand. Aber manchmal hat man einfach genug davon und muss sich ein anderes Plätzchen suchen.


Daheim ist es am schönsten!

Wer sich Abwechslung wünscht, muss nicht zwangsweise das Haus verlassen. Weg vom Schreibtisch, raus aus dem Zimmer. Mein Lieblingsschreibort im Haus ist mein Bettchen, dass nicht nur wegen seiner Größe (Matratzengröße 140cm x 200cm) punktet, sondern auch eine komfortable Umgebung bietet. Noch ein paar kuschelige Kissen zum anlehnen und ein heißes Getränk auf dem Nachttisch und schon habt ihr einen tollen Arbeitsplatz. Da ich persönlich jedoch gerne auf stabilem Untergrund schreibe, habe ich mir einen kleinen Notebooktisch zugelegt, auf den mein 13 Zoll MacBook bestens passt und sogar noch eine kleine Ablage für ein Notizbuch inklusive Stift oder eventuell eine Maus bietet.

Aber das ist natürlich längst nicht alles was einem an Schreiborten daheim zur Verfügung steht. Niemand kennt euer Heim so gut wie ihr. Wer sehr kreativ sein möchte, kann nach ungewöhnlichen Orten suchen. Vielleicht gibt es bei euch eine Nische oder einen Erker, der einen guten Schreibort abgibt. Oder möglicherweise wollt ihr eure Badewanne auspolstern und es euch dort gemütlich machen oder doch lieber aus Decken und Kissen ein kleines Schreibnest bauen... sollte einer dieser kreativen Fälle eintreten, muss ich unbedingt ein Foto davon sehen :-).

Für alle die es lieber nicht ganz so verrückt wollen, kann ich die Wohnzimmercouch oder vielleicht den Esstisch in der Küche empfehlen. Manchmal sitze ich auch gerne auf unserem Balkon, wenn das Wetter nicht gerade wütet.


Vollversorgung macht glücklich

Irgendwann hat man auch das eigene Haus satt und braucht einen kompletten Ortswechsel. Unter den vielen Möglichkeiten ist mein Favorit, wie auch der vieler anderer Autoren, ein Café bzw. ganz speziell in meinem Fall mein Lieblingsbäcker. Ungefähr fünf Gehminuten von meinem Zuhause entfernt, gibt es einen guten Bäcker mit freundlichem Personal und mehreren Sitzmöglichkeiten. Die vollkommen verglaste Wand zur Straße verspricht zwar nicht viel Privatsphäre, aber hat auch einen angenehmen Effekt, wenn man zwischen den Zeilen ein paar Minuten Auszeit braucht. Um etwas runter zu kommen oder Abstand zu gewinnen, bevor man weiter schreibt oder korrigiert, beobachte ich die Menschen auf der Straße – ein altes Ehepaar, dass gemütlich spazieren geht, ein Junge, der unzufrieden mit seinem Hund in Richtung Feld läuft oder eine Frau die gestresst mit zwei Taschen und Kaffee in der Hand zum Auto hetzt.

Cafés und Bistros sind absolut praktisch für eine erholsame Abwechslung und bieten nebenbei auch leckeres Essen und Getränke an, denn selbstverständlich muss man beim Schreiben bestens versorgt sein.

Eine weitere Option wäre das Schreiben bei Freunden oder Familie. Aber eher ungeeignet, denn wenn man diese besucht, wird auch erwartet, dass man da ist, um sich zu unterhalten. Es sei denn ihr habt es im Vorfeld abgeklärt und eure Gastgeber haben Nichts dagegen.


Schweigen ist Gold

Alle die möglicherweise nicht immer produktiv mit Hintergrundlärm arbeiten können, müssen sich einen geeigneteren Ort suchen. So ergeht es mir an manchen Tagen auch, da kann man einfach keine Bedienung gebrauchen, die öfter mal durch den Raum läuft, Tischnachbarn die lachen und ablenken oder eine Freundin, die alle zehn Minuten etwas fragt. Oftmals hilft es auch nicht einfach nur die Kopfhörer aufzusetzen. Das ist genau der richtige Zeitpunkt, an dem man in die Bibliothek gehen sollte! Dafür muss ich zwar eine längere Strecke auf mich nehmen, weil die Bibliothek, in die ich gerne gehe, zwei Orte entfernt liegt, aber was nimmt man für seine Herzenswerke nicht alles auf sich.

Bei mir hat es eine Weile gedauert bis ich mit einer Bibliothek zufrieden war. Die Erste, die ich besuchte, war nicht gerade groß und hatte auch eine dementsprechend kleine Sitzecke, die weder besonders einladend aussah noch unbedingt bequem war. In einer anderen Bibliothek wurde einfach lautstark geredet und man konnte wirklich selten eine ruhige Minute erhaschen. Ein Glück, dass das nicht überall der Fall ist!

Jedenfalls erfordert es vielleicht eine längere Suche, aber es wird sich definitiv lohnen.


Immer mobil unterwegs

Wem der Gang aus dem Haus noch nicht genug ist, sollte in Erwägung ziehen Verkehrsmittel als abwechslungsreichen Schreibort auszuprobieren. Mein Liebling unter den Möglichkeiten, die man hier zur Auswahl hat, ist und bleibt die Bahn. Besonders die Züge mit Klimaanlage, Tischen und Steckdosen sind hervorragend geeignet. Ein Platz am Fenster bereichert einen weiterhin mit schönen Landschaften, Stadtteilen und möglicherweise erlangt man auf diese Weise sogar den ein oder anderen Geistesblitz. In einem Bus oder Auto (als Beifahrer versteht sich – es sei denn man ist lebensmüde) zu schreiben, hat mir nicht besonders gefallen.

Vielleicht wäre es ein Versuch wert, es mal auf einem Schiff zu probieren. Da ergibt sich jedoch die Problematik, dass nicht jeder diese Möglichkeit in seiner Nähe hat bzw. ob es die Unkosten auch wert ist.


Ab in die Natur

Einer der schönsten Schreiborte bei gutem Wetter ist direkt draußen an der frischen Luft. Ob ihr da gerne in einen Park geht oder bevorzugt einen Spielplatz mit Sitzbank aufsucht, bleibt komplett euch überlassen. In meinen Augen sind beide Orte eine gute Wahl und geschrieben habe ich ebenfalls schon an beiden, aber am liebsten gehe ich in den Wald zu einem Naturfreundehaus oder Tierpark, je nachdem wo ich gerade bin und worauf ich mehr Lust habe. Dort schreibe ich sehr gerne, auch wenn es nicht immer ruhig ist, aber für dieses Problem kennen wir bereits eine Lösung.

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